Location des Monats: Hafen 49

Der Hafen49 in Mannheim ist eine großartige Location. Ohne Witz. Wer noch nicht dort gewesen ist, sollte sich schnellstens mal an den Rhein aufmachen. Sven Väth wird das bestätigen. Wir haben mit Sebastian Aab von Cosmopop über den Hafen gesprochen.


Wie ist der Hafen49 entstanden und was macht den besonderen Flair dieser speziellen Location zwischen Sonnendeck-Flair und Container-Wrack-Ästhetik aus? 

 

Geboren mit der Idee, dem Loft Club eine Open Air Bühne zu geben, ist aus dem Hafen49 ein Teil des Mannheimer Jungbuschs geworden. Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Location zu gestalten: Auffallen und aus der Gesamtanmutung der Umgebung herausfallen. Oder anerkennen, dass jeder Ort seinen eigenen Charme besitzt. Nicht jeder hätte die Schönheit gesehen in den verrosteten Schienen und der knallgelben Brücke, die den Hafen umgeben. Und wie heißt es so schön: “Nomen est Omen”. Der Hafen49 ist nicht kitschig maritim wie die Badezimmer-Deko deiner Großeltern. Er ist entspannt auf dem Boden geblieben, hand-made und real. Mannheim hat einfach einen Ort gebraucht, an dem man auch mal den Draht zum Alltag kappen kann.

 

Das vergangene Jahr war ein weiteres sehr erfolgreiches und feierwütiges Kapitel euer Clubgeschichte. Was waren eure persönlichen Highlights?

Heftig war wie jedes Jahr das Opening. Das Event war innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft. Da hat man oft Muffensausen, dass die Party nicht der Erwartung gerecht wird. Aber es war die Wucht: Loco Dice, Âme und Konstantin Sibold haben Mannheim mal eben Kiel geholt. Ansonsten haben wir ein riesigen Respekt vor unserem Publikum, das in Mannheim ein echtes Highlight ist: So eine entspannte Stimmung auf dem Dancefloor; von Kollektivträumen bei Extrawelt bis Kopfstandparty bei Pan-Pot ist alles dabei. Das macht Spaß! Absoluter Höhepunkt jeder Veranstaltung ist die Zeit, in der die Sonne hinter den Industriekränen untergeht. Dabei wird das Deck in ein warmes Gelb-Orange geflutet. Dieser Moment gehört auf jede Bucket-List!

 

Pünktlich Ende April wird mit der Opening-Party wieder die Open-Air-Saison bei euch eingeleitet. Was erwartet die Gäste beim diesjährigen Opening? 

Ein Wort: Größenwahn! Der Kapitän dreht dieses Jahr komplett durch. Mit seinen Freunden vom Hafen Mannheim startet die Hafen49 Saison dieses Jahr mit einem echten Knall: Das erste Hafenfestival ruft! Wir dürfen Teile des Hafengebiets sperren und feiern direkt am Wasser. Links von dir der Neckar, vor dir der Verladehafen und hinter dir die Zugbrücke. Der altbekannte Hafen 49 wird um eine weitere Bühne bereichert. Der Kapitän bringt zusammen, was zusammen gehört und der Kahn ächzt unter der Last des Line-Ups. Mit am Start sind echte Headliner und richtige Perlen. Das Line-up findest du bald auf der Webseite des Hafen 49. Der Termin bekommt auch ein kleines Make-Over: Dieses Jahr feiern wir an zwei Tagen. Der 29. und 30. April gehören in jeden Partykalender!

 

Wie wichtig sind euch musikalische Trends beim Organisieren des Line-Ups und wie offen ist das Mannheimer und umliegende Publikum?

 

Die Mannheimer lieben Künstler, die auf der Bühne überzeugen. Man findet selten so ein treues Publikum wie hier. Wer sich hier einmal ins Herz der Crowd gespielt hat, der hat hier seinen festen Platz. Mannheim rennt nicht jedem Trend nach, da muss schon Überzeugungsarbeit geleistet werden. Wie so oft macht es eben die Mischung aus. Neue Acts und alt Bewährtes wechseln sich im Programm ab. Die verschiedenen Szenekerne hier in der Region kommen alle auf ihre Kosten. Ob House, Tech-House oder Techno: Wenn jemand richtig abliefert, dann kann man sich auf die Mannheimer verlassen und darf oft und gerne an die Plattenteller des Hafen 49 zurückkehren.

 

Auf wie viele Mitarbeiter/innen kann das Hafen49-Team mittlerweile zählen und wie sind sie zu euch gestoßen?

Die Crew ist gewaltig. Ein toller Haufen. Wenn man alle zusammenrechnet, die dafür sorgen, dass die Veranstaltungen so laufen, wie der Kapitän es gerne hätte, dann kommt man auf gut und gerne 50 Personen. Und wie es sich an Deck gehört, sind es keine Kollegen sondern echte Kameraden und Kameradinnen. Bei unserem Team ist es wie mit Schildkröten. Die wenigsten packen den ersten Tag, der Rest wird hundert Jahre alt. Der Kapitän freut sich über Bewerbungen und schaut dann wer zur Meute passt!

 

Neben einer malerischen Location und einem großartigen Line-Up ist es auch der Sound, der einen Club aus der Masse heraushebt. Wie sieht euer aktuelles Sound-Konzept aus?

Sound-technisch wird viel geboten. So wie die PS auf einem Kutter wichtig sind, steht und fällt eine Party mit der Qualität der Anlage. Wir arbeiten mit dem wenig bekannten aber ausgefeilten Sound-System “Norton”. Das Feedback zum Sound ist aber überwältigend und für viele Matrosen Grund alleine, eine lange Anreise auf sich zu nehmen. Vor Funktion 1 und Konsortien brauchen wir uns hier nicht zu verstecken.  

 

Welcher Act wäre ein absoluter Wunsch-Kanditat für euch, der noch nicht bei euch aufgetreten ist?

Hey, Fatboy Slim, wenn du das hier liest: Melde dich, wir hätten da ein Booking! Spaß beiseite, gerne würden wir mehr Acts aus den USA oder Australien buchen. Leider liegt da ein kleiner Teich zwischen uns. Wären Flüge günstiger, würden wir gerne mal eine Rutsche der alten House und Techno-Legenden buchen und uns den einen oder anderen Booking-Traum erfüllen.

 

Inwiefern gibt es Synergie-Effekte, besonders im Bereich Booking, durch die Organisation von Events wie Time Warp und Love Family Park?

 

Der Kapitän hat einen guten Draht zu dem Haufen. Ganz ehrlich: Ohne die würde vieles nicht so reibungslos laufen. Das ist einfach eine echte Bereicherung! 

 

Welcher Track zerlegt den Hafen regelmäßig?

Ein Klassiker letztes Jahr war auf jeden fall „Music is the Answer“ von Danny Tenaglia. Karotte hat ihn als letzten Track der kompletten Saison gespielt. Der hat einfach immer funktioniert. Gänsehaut!

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