Helden der Nacht –Sascha Weber (Bootshaus)

Die wahren Helden der Nacht stehen nicht immer im Rampenlicht. Wir widmen uns jeden Monat Personen, ohne die unser Nachtleben weniger aufregend und besonders wäre. Heute stellen wir Euch Sascha Weber vom Kölner Club Bootshaus vor.

Du bist eine absolute Institution im rheinischen Clubleben. Wann hast du die ersten Schritte im Nachtleben unternommen? In welchen Clubs hast du dich früher herumgetrieben und wann bist du im Bootshaus gelandet?

Schon Anfang der 90er-Jahre haben mein Kollege U Lee und ich die Schulpartys an der Deutschen Schule Brüssel organisiert und diese mit abstrusen Aktionen beworben. Als wir beide dann aus unterschiedlichen Gründen in Köln gelandet sind, haben wir vor 15 Jahren Loonyland gestartet, um ein wenig Rock’n’Roll in die (damals) doch recht oberflächliche House Szene zu bringen. Schließlich hat uns unser Kumpel Tocadisco im Sommer 2004 „genötigt“, seine Geburtstagsparty im Bootshaus auszurichten. Ab da hatten wir unser Zuhause (was Loonyland betrifft) gefunden und später dann auch die komplette Programmgestaltung übernommen.

Wie schaffst du es, dein Privatleben mit dem Clubleben in Eintracht zu bringen, zumal du ja nicht nur am Wochenende Veranstaltungen durchführst. Wie sieht das Verhältnis zwischen Freizeit und Arbeit bei dir aus? Wie entspannst du?

Freizeit habe ich leider wenig, da ich natürlich unter der Woche im Büro sitze wie viele andere auch – nur vielleicht nicht so früh morgens … Ab und zu muss man sich schon manchmal zwingen abzuschalten, Urlaub nehmen usw.. Der Job ist sehr stressig, macht aber natürlich auch eine Menge Spaß!

Das Bootshaus hat es in den vergangenen Jahren geschafft, die größten Künstler jeglichen elektronischen Genres nach Köln zu holen. Wie bewertest du die musikalische Entwicklung des Bootshauses innerhalb der vergangenen Jahre und welche neuen Projekte und Events sind geplant?

Das ist ein sehr komplexes Thema. In Deutschland stehen viele Clubs für einen Sound, eine Szene. Das war nie unser Plan, hätte mich auf Dauer gelangweilt und bei einem großen Club in Köln auf Dauer auch nicht funktioniert. Unsere größte Stärke ist es wohl, neue Bewegungen und Trends zu entdecken und somit nicht auf der Stelle zu treten und dann in Schönheit zu sterben. Natürlich beinhaltet das auch, dass ich längst nicht mit allem was im Bootshaus läuft, musikalisch etwas anfangen kann. Aber dafür habe ich ja dann meine anderen Veranstaltungen, vor allem den Mittwoch mit BEATS x BASS x COLOGNE im Odonien bzw. Gewölbe.

Wie du gerade schon erwähnt hast, bist du nicht nur im Bootshaus sondern auch in anderen Kölner Clubs aktiv. Was zeichnet die Kölner Clubszene deiner Meinung nach aus? Was ist gut, was ist schlecht und was fehlt generell?

Bis auf die Tatsache, dass Ehrenfeld gerade plattgemacht wird was Clubkultur angeht, sind wir eigentlich sehr verwöhnt in Köln. Ich habe mal gehört, wir hätten eine größere Clubdichte pro Einwohner als Berlin, das sagt schon viel aus. Man findet fast jeden Abend Partys mit allen Musikrichtungen, das Angebot ist wirklich groß. Ich habe nur den Eindruck, dass die Kölner etwas ‚feierfaul‘ geworden sind. Entweder sind sie etwas verwöhnt oder haben mittlerweile andere Prioritäten, aber das ist vielleicht auch nur eine Phase..

Die Festivalsaison startet immer früher und dauert immer länger an. Wie sollten Clubs, die ein regelmäßiges wöchentliches Programm fahren, mit dieser extremen Konkurrenzsituation umgehen? 

Ich denke, das wird sich in den nächsten Jahren normalisieren. So ein Festival ist ein extremes Risiko, viele hoffen auf das schnelle Geld und längst nicht alle schreiben schwarze Zahlen. Außerdem setze ich darauf, dass die Leute trotzdem Freitag und Samstagabend Hummeln im Hintern haben und einen drauf machen wollen. Wenn man dann ein attraktives Programm bietet, sollte es funktionieren. Wobei der Sommer schon schwierig ist für Clubs, aber das war aber nie anders …

Welche drei Tracks schaffen es immer wieder, dir ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern?

Josh Wink – Higher State of Conciousness

Nine Inch Nails – Closer

Pearl Jam – Black

 

Foto (c): https://www.facebook.com/ClubBootshaus

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