Helden der Nacht: DavidJackson – DJ

Wie hat deine Liebe zur Musik begonnen? Gab es eine Initialzündung? Ein Erlebnis, das dir verdeutlicht hat, ich will Musiker werden oder war es eher ein schleichender Prozess? Heidelberg hat aufgrund von Advanced Chemistry eine HipHop-Historie die ausgeprägter ist als seine Techno/House-Geschichte. Wie hat es dich zur geraden Bassdrum verschlagen?

Ich hatte das große Glück, dass mein Vater bei uns zu Hause immer viele Platten und Synthesizer rumliegen hatte, deshalb bin ich damit aufgewachsen. Ich habe dann mit sechs angefangen, Cello zu spielen, aber der Drang zur elektronischen Musik war immer größer. Erst habe ich mit Drum n Bass angefangen und habe dann meine Liebe zu House & Techno entdeckt. Ich bin aber immer noch ein großer Junglehead. Heidelberg hat aber auch einen großen Einfluss auf mich gehabt. Einer meiner großen Helden, Move D, kommt aus und lebt immer noch in Heidelberg. Dazu habe ich das Glück gehabt, die Jungs von Blank getroffen zu haben. Sie veranstalten schon seit Jahren eine der innovativsten Partyreihen in Deutschland. Die Jungs machen ihre Parties auch schon seit Jahren im Karlstorbahnhof, einer Location gerade mal zwei Straßen weiter von meinem Haus. Da durfte ich schon mit 14 Mega-Acts wie Denis Sulta, Mall Grab oder Peggy Gou ganz nah erleben und meine ersten großen Gigs spielen, zum Beispiel als Support von Dusky oder DJ Haus. Ich hatte wirklich sehr viel Glück und sehr viele Leute um mich herum, die mich schon immer unterstützt haben, dafür bin ich sehr dankbar.

David Jackson – DJ

 

Katermukke zählt unbestritten zu den coolsten Labels für elektronische Musik aus Deutschland. Wie ist der Kontakt zu Dirty Doerings Label entstanden?

Ich habe mit Velten (Dirty Doering) auf einer Afterparty des SWR3 New Pop Festivals gespielt, was ja eigentlich nicht für Techno/House bekannt ist. Aber es war im Nachhinein eine echt hammer Party und ich konnte dann auch mit Velten quatschen und ihm ein paar meiner Tracks zukommen lassen. Ich hätte niemals erwartet, dass alles zu einer EP führen würde. Als Velten geschrieben hat, dass er die Tracks für Katermukke haben will, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Velten, das Label und sein komplettes Team sind einfach der Hammer. Ich bin wirklich froh, jetzt ein Teil von ihrer tollen Truppe zu sein!

 

Viele junge DJs und Produzenten träumen davon, mit Musik den Lebensunterhalt zu verdienen. Wie sieht es bei dir aus? Hast du einen Fallschirm bzw. einen Plan B? Wenn ja, wie sieht dieser aus?

Ich würde mich sehr gerne nur auf die Musik konzentrieren, aber das ist natürlich immer schwerer als man es sich wünscht, deshalb studiere ich „nebenbei“ Informatik. Das eine oder andere Mal wurde es schon schwer, das zu balancieren, aber bis jetzt hat es ganz gut geklappt. Ich hoffe aber, dass die Informatik dann doch irgendwann nur der Plan-B sein wird ^^

 

Es gibt viele Alphatiere in der deutschen Elektronik-Szene, die über viele Jahre ganz oben sind. Aber seit einigen Jahren gibt es verstärkt jüngere Protagonisten, die sich ihren Weg bahnen. Welche ‚älteren Herrschaften‘ haben dich inspiriert und inspirieren dich und welche jüngeren Acts verfolgst du? Warum vollzieht sich die ‚Wachablösung‘ in der Szene so schleppend und warum ist das auch egal?

Ich finde es gut, dass die alten Legenden anders als in anderen Szenen immer noch die Größten sind, weil sie sich wie z.B. Sven Väth, Laurent Garnier oder Richie Hawtin den Respekt über viele Jahre verdient haben, und es einfach absolut berechtig ist. Ich durfte letztes Jahr zum ersten Mal Sven Väth näher erleben, als ich auf dem Hafenfestival auf der Main Stage das Opening machen durfte, wo er das Closing gespielt hat. Es war einfach unglaublich. Sven Väth ist ein Gott an den Decks. Allerdings gibt es auch so viele junge Talente, dass ich mir bei einer Ablösung in der Zukunft wirklich keine Sorgen mache, hehe.

 

In Kürze erscheint ein neues Release von dir? Was gibt es darüber zu erzählen?

Es ist immer schwierig, über eigene Tracks etwas Objektives zu sagen, aber die zwei Tracks auf der EP sind auf jeden Fall schon länger richtige Club-Weapons in meinem Sets. Ich würde sagen es sind zwei melodische, vielseitige Club-Tracks, zu denen man so richtig raven kann. Ich freue mich wirklich sehr, dass die Tracks endlich erscheinen. Das Feedback war bisher großartig, Oliver Koletzki, Patrice Bäumel und natürlich Dirty Doering supporten die Tracks schon lange und ich könnte nicht glücklicher darüber sein.

 

An welchen Gig / Club erinnerst du dich immer wieder gerne zurück?

Besonders gerne erinnere ich mich an das Melt Festival im letzten Sommer, das war wirklich magisch! Aber auch auf meinem ersten Gig in London oder an alle Parties in meiner Homebase, dem Karlstorbahnhof in Heidelberg. Ich habe da eine eigene Residency und es ist immer eine Höllenparty!

 

Welches war dein verworrenstes Promoter-Erlebnis?

Ich hatte das Glück, bis jetzt nur Promoter kennenzulernen, die sehr nett zu mir waren. Allerdings haben manche Promoter wirklich ein seltsames Empfinden von geographischen Distanzen, so bin ich z.B. in Tschechien mal vom Veranstalter gute zwei Stunden zu meinem Hotel in die Pampa geschickt worden, obwohl es hieß „the hotel ist really close“. Solche Sachen sind aber auch irgendwie lustig.

 

Wo würdest du gerne mal spielen?

Im Fabric, auf der Time Warp, im legendären Sub Club in Glasgow, auf dem Burning Man und vielen anderen Locations noch. Aber an sich freue ich mich auf jede Party, egal wo oder wie groß, Hauptsache die Stimmung stimmt!

 

Cool kid oder Spätentwickelt? Was war deine erste LP/Maxi?

Ich habe mich eigentlich immer eher als Cool Kid gesehen, aber ich glaube das denkt ja jeder von sich, haha. Meine erste LP war ‚Deadmau5 – Random Album Title‘, was immer noch ein guilty pleasure von mir ist.

 

Drei Platten, die du immer wieder gerne in deinen Sets spielst.

Danny Daze – Pop
Dusky – Staunch (Kettama Remix)
Pional – XME

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