Helden der Nacht – BerndDicks

Wann bist du das erste Mal mit elektronischer Musik in Berührung gekommen?

Ich war eigentlich schon immer Fan elektronischer Musik. Meine ersten Maxi-CDs, die ich in meinem Leben gekauft habe, waren Dune „Hardcore Vibes“ und Charly Lownoise ft. Mental Theo „Wonderful Days“ gefolgt von Marusha, ATB, Blank & Jones und vielen anderen.

Was für eine berufliche Laufbahn hast du eingeschlagen, dass du letztendlich bei Parookaville gelandet bist?

Meine Laufbahn zum Veranstalter… Eigentlich war das ja so nie geplant. Chronologisch gesehen bin ich nach dem Abi erst mal zwei Jahre zur Bundeswehr gegangen, habe dort als Radiomoderator die deutschen Soldaten im Kosovo und Afghanistan mit Musik und News bei Laune gehalten, danach Studium Politik, Soziologie, Medienwissenschaften in Düsseldorf, parallel als freiberuflicher Reporter bei 1LIVE angefangen, über 10 Jahre lang die größten Festivals weltweit bereist und berichtet aber auch die Loveparade-Katastrophe als Leitender ARD-Radio-Reporter miterlebt. Irgendwann habe ich mir mit zwei Freunden aus Weeze die Frage gestellt: ‚Was fasziniert die Menschen an Showkonzept-Events wie Tomorrowland, Mysteryland, EDC und warum macht das keiner bei uns in NRW?’ Und da wir drei Weezer Jungs eh schon mehrere Veranstaltungen mit je rund 5.000 Leuten auf die Beine gestellt hatten, wollten wir den Sprung zum Festival wagen. Dass es aber so durch die Decke gegangen ist, hatten wir wirklich nicht auf dem Schirm.

Wie viel Zeit in diesem Tagesablauf nimmt Parookaville in Anspruch, wie sieht ein normaler Tag im Leben des Bernd Dicks aus?

Viele können sich das gar nicht vorstellen, aber für Parookaville arbeiten inzwischen 20 Leute das ganze Jahr in Vollzeit. Auch ich und meine beiden Veranstalter-Kollegen arbeiten seit 2015 nur noch für Parookaville. Start ist morgens um 9 Uhr im Büro in Weeze, oft stehen Meetings und Calls mit den vielen Partnern an, mit denen wir zusammenarbeiten. Die unzähligen beruflichen Mails, Facebook-Nachrichten, Anrufe, WhatsApp, die ich täglich bekomme, arbeite ich dann oft noch bis in die Nacht ab. Und an den Wochenenden bin ich häufig auf Events unterwegs, um Künstler und andere Veranstalter zu treffen oder ich supporte gerne unsere Resident DJs FRDY und Lost Identity, die inzwischen sehr gut unterwegs sind.

Wie viele Personen gehören zu deinem Team in der Planung des Events und wie viele Personen sind am Wochenende im Einsatz?

Das Kern-Team besteht aus 20 Personen, aber wir suchen noch gute Leute u.a. im Grafik und Video-Bereich. Am Veranstaltungswochenende sind über 2.500 Mitarbeiter auf dem Platz. Kellner, Security, Parkplatzeinweiser, Konfettioperator. Alles.

Man kann auf Parookaville in der Warsteiner Church seinen Partner ehelichen. Wie kam es zu dieser witzigen Geschichte?

Wir sind ja eine richtige Festival-Stadt mit Freibad, Postoffice, Supermarkt, Stadtwald, Marktplatz und eben auch Kirche. Zusammen mit Warsteiner haben wir dann dieses einmalige Konzept erarbeitet: Hunderte Paare, Freunde und Bekannte dürfen sich für die Zeit in Parookaville vermählen, quasi als Freundschaftsbeweis, aber mit Heiratsurkunde im Parookaville-Pass. Ein Paar erhält jedoch von Warsteiner die Möglichkeit einer echten standesamtlichen Hochzeit. Das ist schon wirklich crazy und organisatorisch gar nicht so einfach.

Bei Eins Live hast du ja mit vielen Musik-Genres zu tun. In der deutschen Festivallandschaft gibt es diverse Events wie z.B. Helene Beach oder MELT, die sich mit verschiedenen Genres neben Dance beschäftigen. Warum ist das für Parookaville keine Option oder ist das nur eine Frage der Zeit?

Nein, Parookaville bleibt ein Festival für Elektronische Musik. Sicherlich wird es da auch Entwicklungen geben. Dieses Jahr haben wir ja z.B. wieder eine sehr, sehr starke Trap-Stage, außerdem freue ich mich auch sehr darüber, dass jetzt Cocoon mit Sven Väth und die Hardstyle-Fraktion bei uns vertreten sind.

Welche Neuerungen gibt es in diesem Jahr bei Parookaville auf die du besonders stolz bist?

Ganz sicher die neue Mainstage. Das war ein riesiges Projekt unseres Teams, weil wir eine komplette Kiesgrube dazu umgebaut und begrünt haben. Auch der Live-Stream, den es erstmals vom Festival geben wird, ist eine große Sache.

Welche drei Tracks möchtest du in diesem Jahr bei Parookaville hören?

1. Flume – Say It feat. Tove Lo (Illenium Remix) – Weil das aktuell mein absoluter Favorite ist.
2. MOGUAI & YOUNOTUS feat. Nico Santos – Lessons (Parookaville 2017 Anthem) – Weil ich genau weiß, wie viel Arbeit die Nummer war und weil wir auf dem Festival eine ziemlich fette Performance für den Track vorbereiten.
3. Alles von Paul Kalkbrenner. Habe ihn schon mehrmals live gesehen und freue mich wie bolle, dass er am Sonntag nach Parookaville.

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