Helden der Nacht: Anatol Fried– Cosmopop

Jeder, der sich im Nachtleben herumtreibt weiß, dass ein Held der Nacht nicht zwangsläufig auf der Bühne oder hinter dem Mischpult stehen muss. Viele Personen sorgen im Hintergrund dafür, dass wir einen unvergesslichen Abend verleben dürfen. Wie Anatol Fried von Cosmopop, seines Zeichens technischer Leiter seit 2011.

 

Die Time Warp wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Wie viele Monate vor dem eigentlichen Eventbeginnt die Arbeit an der Time Warp für dich und welche Besonderheiten hat solch ein Großevent?

Die Arbeit an der Time Warp hat keine Pause. Eigentlich fangen wir direkt während der aktuellen Ausgabe an, für die kommende zu planen: Wir nehmen die Eindrücke der Nacht auf, welche Abläufe sind gut, welche können wir nochmals optimieren. Wie funktioniert ein Stage- oder Floordesign, was können wir für das nächste Jahr anders machen usw. Insofern ist man eigentlich das ganze Jahr mit den großen Festivals beschäftigt. In die eigentliche Planung wie das Bühnenzeichnen oder das Einholen von Angeboten fangen wir circa sechs Monate vorher an.

 

Wie viele Personen umfasst dein Team bei der Planung des Events und am Abend?

Bei mir im Team sind sechs Personen. Während der Veranstaltungen werden wir zu einem pyramidenförmigen Unternehmen, das viele Dienstleister und Experten steuert. Da kommen dann schon mal bis zu 150 Personen zusammen.

 

Fehler werden in Zeiten von Live-Streams und Handy-Mitschnitten nicht mehr verziehen, denn sie finden sich hundertfach auf YouTube und Co wieder. Wie wappnet ihr euch gegen technische Ausfälle und welche sonstigen Notfallpläne gibt es?

Wir versuchen wo es möglich ist, redundant zu arbeiten. Es gibt also immer Backup-Geräte oder einen Plan B (lacht).Ansonsten machen Fehler doch auch sympathisch und trotzgeplanter Abläufe und Dramaturgie gehört doch auch Spontaneität und das Unberechenbare des Live-Moments zu Festivals dazu.

 

Die größten Stars der elektronischen Musik-Szenekommen jedes Jahr zur Time Warp. Wie viele verschiedene Technical-Rider gibt es zu beachten und welche Anforderungen stellen dich vor die größten Probleme?

Jeder Artist hat einen eigenen technischen Rider. Teilweisesind das Standards, die leicht anzupassen sind. In anderen Fällen wiederum handelt es sich um recht komplexe Anforderungen, die exakt durchgeplant werden müssen. Alles in allem ist es die Summe der Details, die es im Blick zuhalten gilt.

 

Welche Art von Musik hörst du privat am liebsten und worauf freust du dich am meisten bei der Time Warp?

Ich höre viel Jazz, George Clinton, Roy Ayers. Eigentlich alles, was Groove hat und handwerklich gut gemacht ist. Privat mag ich es mehr akustisch und Handmade und weniger computergesteuert. Auf was ich mich am meisten freue? Auf den Schlaf nach der Party.

 

Wann ist für dich die Time Warp beendet und was kommt danach?

Wir werden Dienstagabend mit dem Abbau fertig sein. Dann heißt es schon wieder in die Feinplanung für das Hafenfestival in Mannheim einzusteigen, erste Plots abzugeben für das Connect Festival im September und nebenbei die Aufplanung für den Love Family Park zu machen.

Foto: KIDKUTSMEDIA

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