Helden der Nacht – RobinEibinger (Cosmopop)

Die wahren Helden der Nacht stehen nicht immer im Rampenlicht. Wir widmen uns jeden Monat Personen, ohne die unser Nachtleben weniger aufregend und besonders wäre. Heute stellen wir Euch Robin Eibinger vor, der mit seiner Agentur Cosmopop unter anderem für die berühmte Time Warp, die neue Techno-Sensation Connect oder den Love Family Park verantwortlich ist.

 

Seit wann bist du bei Cosmopop beschäftigt und wie lauten deine Berufsbezeichnung und dein Aufgabengebiet?

Gefühlt arbeite ich schon immer bei Cosmopop. Zusammen mit Steffen Charles habe ich 2003 Cosmopop gegründet, 2008 ist unser dritter Partner Frank Eichhorn dazugekommen. Ich bin für das gesamte Marketing unserer Projekte zuständig. Mein Aufgabenbereich erstreckt über alle Marketingthemen: Social-Media-Kampagnen, Partner-Deals, Sponsoring, PR, Webseiten und vieles mehr.

 

Die von euch veranstaltete Time Warp gibt es jetzt seit 24 Jahren. Damals existierten nur wenige Festivals. Heutzutage sprießen neue Festivals wie Pilze aus dem Boden. Wie schätzt Du die aktuelle Veranstaltungsszene in Deutschland ein und inwiefern hat sich die Arbeit von Cosmopop im Laufe der Jahre durch Internet, Facebook und die Internationalisierung der Szene verändert? 

 Die Festivallandschaft ist gewachsen und bunter geworden. Ich habe sie in den letzten Jahren als sehr vital wahrgenommen, was die Musik und die Szene insgesamt gefördert hat. Es hat einen deutlichen Fokuswechsel von Clubs zu Open-Air-Events gegeben. Allerdings sehe ich die Festivalszene inzwischen als nahezu übersättigt an. An jedem Obstbaum findet eine Party statt und jemand hängt ein Schild dran auf dem Festival steht.

Da ich bereits seit den frühen 90er Jahren Events veranstalte, kann ich sogar noch etwas weiter zurückblicken. In Punkto Marketing war früher der Flyer DAS Medium um seine Party zu bewerben. Wir standen in unzähligen Nächten draußen vor Events und haben Flyer ausgeteilt oder an Autos geheftet. Damals wie heute hast du dann direkt das Feedback der Fans auf das Programm bekommen. Im Unterschied zu heute hörte und las aber nicht die gesamte Welt mit (lacht).

Das Internet und Facebook haben unser Business komplett revolutioniert. Unsere Leidenschaft – die Musik – ist das, was wir verkaufen. Plötzlich war es möglich fernab der Veranstaltungen Musik in der Bewerbung sprechen zu lassen, Emotionen durch Videos zu erzeugen. Facebook ist, und ich denke bleibt vorerst, das Top-Medium. Mit gezieltem Content Marketing bieten wir den Leuten ganzjährig Schulterblicke in unsere Arbeit. Dennoch ist eine gewisse Aufmerksamkeit wichtig, um rechtzeitig neue digitale Trends zu erkennen und dann entsprechend zu reagieren.

Neben der Digitalisierung haben Low Cost Airlines, Reisefreiheiten und vieles mehr die Welt näher zusammengebracht. Wir haben bei unseren Festivals mittlerweile ein internationales Publikum – beim Sonus 2017 waren Besucher aus über 60 Ländern anwesend. Unsere Mission sehen wir nach wie als „We make people dance“ – der Treibstoff dabei ist die Musik.

 

Nach welchen Kriterien sucht Cosmopop seine Künstler aus?

Da gibt es ganz unterschiedliche Kriterien nach denen wir auswählen. Vorrangig präsentieren wir Künstler, von denen wir glauben, dass sie unseren Fans ein perfektes Erlebnis bescheren. Jedes Festival, das wir produzieren, soll seine eigene „Identität“ und musikalische Handschrift tragen. Bei allen Veranstaltungsformaten achten wir darauf, auch eine Plattform für lokale Künstler und internationale Newcomer zu bieten. Beim Sonus Festival in Kroatien zum Beispiel, können unsere Gäste so über fünf Tage und fünf Nächte neben bekannten Künstlern auch neue Sounds entdecken.

 

Cosmopop veranstaltet nicht nur Festivals, sondern führt auch den Open-Air-Club Hafen49 in Mannheim. Inwiefern unterscheidet sich die Clubbearbeitung von der Festivalplanung?

Bei Clubgeschäft hast du jede Woche ein neues Event zu präsentieren. Die Bewerbungsphasen und Planungszyklen sind kürzer.

 

Der Love Family Park kehrt in diesem Jahr zurück bzw. findet in einer neuen Location statt. Was bleibt gleich, was verändert sich?

Die größte Veränderung ist tatsächlich die Location – der Love Family Park findet dieses Jahr erstmalig in am Mainvorland in Rüsselsheim statt. Wir haben in den 23 Jahren seit dem ersten Love Park eine unheimlich leidenschaftliche Community aufgebaut, die sich gemeinsam mit uns auf die Rückkehr zum Main freut. Mit dem Umzug schwingt auch ein bisschen der Spirit vergangener Love-Park-Editionen mit: Die etwas kleinere Location bringt auch mit sich, dass die Veranstaltung wieder etwas familiärer wird. Die Gäste schauen wieder aufs Wasser, können im Grünen tanzen …Im Line-Up finden sich alte Bekannte wieder, die einfach zum Love Park dazu gehören. Wir gehen sozusagen „back to roots“.

 

Im Herbst des Jahres findet zum ersten Mal Connect statt. Worauf können sich die Fans von elektronischer Musik in NRW freuen?

 

Connect ist für uns ein unheimlich spannendes Projekt. Wir planen, vermarkten und führen die Veranstaltung gemeinsam mit Monumental Productions, die hinter Awakenings stehen, durch. Durch die Bündelung zweier starker Marken wie Awakenings und Time Warp verbinden wir auch unsere Erfahrung, unser Netzwerk und unsere gemeinsame Leidenschaft. Wir freuen uns schon sehr auf den 13. Oktober in Düsseldorf.

 

Was war die chaotischste Veranstaltung, die du jemals zu verantworten hattest und wieso?

Das ist so lange her dass ich mich nicht mehr erinnern kann (lacht).

 

Welche drei Tracks sollten auf jedem guten Festival laufen?

Da gibt’s so viele, die ich nennen könnte. Wie wär’s denn stattdessen mit drei Alben die jeder zu Hause haben sollte?

The KLF – Chill Out

Air – Moon Safari

Apparat – The Devil’s Walk

 

© Antonio Corallo

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