Helden der Nacht – MichelNiknafs

Die wahren Helden der Nacht stehen nicht immer im Rampenlicht. Wir widmen uns jeden Monat Personen, ohne die unser Nachtleben weniger aufregend und besonders wäre. Heute stellen wir Euch Michel Niknafs vor, bei dem alle Fäden vom Berliner Prince Charles zusammenlaufen.

 

Seit wann gibt es das Prince Charles und wie lautet die Entstehungsgeschichte?

Das Prince Charles gibt es seit Ende 2011. Wir feiern dieses Jahr unseren siebten Geburtstag und sind in Clubjahren gerechnet mittlerweile aus der Pubertät. Mit meinen Partnern Quirin Schwanck, Florian Pop und Andreas Zappe habe ich den alten Swimmingpool der Bechstein Klaviermanufaktur zu der charakteristischen 360-Grad- Bar umgebaut und gestaltet und damit einen Ort für gebürtige und zugezogene Berliner sowie Freunde aus aller Welt geschaffen, wo man unter sich sein kann. Ohne Leuchtschild an der Prinzenstraße. Berlin ist nicht nur die Hauptstadt des Landes, sondern auch der internationalen Clubkultur.

 

Erschwert diese Tatsache das Führen eines Clubs oder erleichtert es das sogar?

Das bringt seine Vor- und Nachteile. Natürlich ist das Niveau der Clubs, Line-ups und Partys ein anderes als irgendwo in Deutschland oder vielleicht sogar Europa. Meiner Meinung und Erfahrung nach wissen die meisten Gäste dies jedoch auch einfach mehr zu schätzen. Es gibt kaum so flammende Diskussionen über das richtige Auspegeln einer Funktion-One-Soundanlage in einer Tanzbar beispielsweise in Bochum. Einfach weil es dort auch keinen interessiert. Heißt für uns als Club: Alkohol und Musik reichen nicht, um den Abend zu gestalten. Damit Qualität geschätzt werden kann, muss sie auf allen Ebenen geboten werden. Das Prince Charles steht sowohl für Black Music als auch für anspruchsvolle elektronische Musik wie Gorgon City oder Yeah But No.

 

Wie geht Ihr an das musikalische Programm heran?

Wir sind bunt und haben uns hart erarbeitet als einer der wenigen nennenswerten Clubs der Stadt wirklich alles zu dürfen. Wir stehen für internationalen, souligen und stimmungsvollen House, jedoch genauso für unterhaltsame Veranstaltungsformate, wo der DJ ausnahmsweise nicht die Musik vorgibt und zentrales Highlight ist, sondern die Mischung an Leuten und das Partykonzept selbst den Abend zur unvergesslichen Nacht macht. Zu guter Letzt hat uns sicherlich auch Hip-Hop auf die deutschlandweite Karte gebracht, da wir zur richtigen Zeit den Schwung des modernen „Gute-Laune-Hip-Hop“ wegweisend etabliert haben. Das war so ziemlich genau der Moment als der Hipster anfing auf Hip-Hop zu dancen. Wir lieben es immer noch – doch brauchen stets die Abwechslung.

 

Ein Club muss sich immer wieder neu erfinden, um die Gäste nicht zu langweilen. Wie schafft Ihr das?

Da wir uns in jeder Woche von Donnerstag bis Samstag drei Mal neu erfinden, liegt unsere Kraft eher in der Konstante des Wandels. Uns ergeht es quasi hier genauso wie der Stadt Berlin selbst. 

 

Welcher Abend war der komplette Abriss und welcher war total desaströs?

Wir sind froh, dass wir ein großartiges Stammpublikum haben, welches uns auch mehrfach in der Woche besucht. Und natürlich gab es einerseits die Abende an die wir uns nicht mehr erinnern können und auch die Abende an die wir uns nicht mehr erinnern wollen. Doch wie Napoleon Bonaparte zu sagen pflegte: „Ohne Champagner kann ich nicht leben. Bei Siegen verdiene ich ihn, bei Niederlagen brauch ich ihn.“ Prost.

 

Wer gehört zum Team des Prince Charles und wer sind eure Resident-DJs?

Wir haben diverse Residencies in den vergangenen Jahren mit mehreren Künstler, teils auch wortlos, vereinbart. Vielleicht auch weil sie sich einfach bei uns zuhause fühlen, darunter Detroit Swindle, Hunee oder Motor City Drum Ensemble, die bei den JAW-Partys regelmäßig ihr Bestes geben. Natürlich ebenso im Hip-Hop mit Mike Skinner von The Streets an den Decks und unseren lokalen Größen von DJbinichnich aka Harris, D-Rush, Grzly Adams, Beathoavenz, Monsieur Dope, Alex Gallus, DJ Wigm, Ive75 und vielen mehr …

 

Welche Künstler werden in den kommenden Monaten bei euch zu sehen und hören sein?

Das Programm teilen sich unseren beiden Chef-Booker Tim Leginski im elektronischem Bereich und Marius Bonse für Hip-Hop. Da hier erwartet euch in den kommenden Wochen und Monaten:

Soulphiction, San Proper, Moodymann, Hunee, Mall Grab, Louie Vega, Gorgon City, Chaos in CBD, Terrence Parker, Jamie 3:26, Breakbot, Busy P, Boston BunDexter, Mike Skinner, Louis the Child, Jarreau Vandal, T9, Wandl, Retrogott u. v. m.

 

Warum ist Warsteiner das perfekte Bier für euch?

Natürlich weil es schmeckt. Zudem lieben wir das 0,25-L-Flaschenformat, das im Club stets dem Gast ein frisches Bier bietet und sexy über den Tresen fliegt.

 

Wenn du an einem Clubabend nicht auf die Kalkulation schauen müsstest, wie sähe das Line-up aus?

Marius: Kendrick Lamar, The Weeknd, Drake, Flume

Tim: Masters at Work, Armand van Helden, Lil Louis, 

Michel: Dr. Alban & Die Antwoord

 

Welcher Song passt zu jedem Prince-Charles-Abend?

Marius: Trettmann & Gzuz – Knöcheltief

Tim: Chic – Le Freak (Dimitri From Paris Remix) 

Michel: Fleetwood Mac – Dreams

 

Das aktuelle Programm findet ihr unter www.princecharlesberlin.com

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