Festivalbesucher – WelcherTyp seid Ihr?

Ihr kennt es, Eure Freunde kennen es, wir kennen es: Festivals und all ihre Facetten bringen manchmal Typen hervor, von denen man bis gerade eben eigentlich gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Tja, so ist das eben, wenn sich auf einem Fleckchen Erde tausende Besucher tummeln. Kurz bevor der Sommer seine volle Power entfaltet und quer in der Republik wieder auf Ackern, alten Flughäfen oder ehemaligen Tagebaugebieten getanzt werden darf, machen wir den ultimativen Check der Festivalbesucher Typologie und Ihr dürft Euch die Frage stellen, welcher Typ Ihr eigentlich seid:

Die Coachella-Connection

Selfie Game strong, Lippenstift auf den Punkt und regelmäßige „Wuhhh“-Ausrufe verdeutlichen schon von sicherer Entfernung, dass sich hier gerade eine Mädelsgang zusammenrottet, um den nächsten Schritt zu planen. Egal ob tanzen zu den Beats der Headliner, kollektives Fotoshooting oder die Suche nach dem schönsten Rückzugsort: nehmt Euch in Acht, wenn sich diese Gruppe in Bewegung setzt, denn sie macht erst Halt, wenn sie ihr Ziel erreicht hat. Darüber hinaus hat die Coachella-Connection meistens ein nettes Lächeln im Gesicht, hat eigentlich immer heiße Insider-Tipps, wen man auf keinen Fall verpassen sollte in petto und auch sonst eine so positive Aura, dass im Umkreis alle mit guter Laune angesteckt werden.

 

Der Dauercamper

Er ist meist der erste auf dem Campingplatz und hat sich dort bereits häuslich so eingerichtet, dass man kaum glauben kann, dass es sich hier nur um ein 90 Stunden Festivalfreuden und nicht um einen wochenlangen Campingtrip handelt. Neben dem adrett aufgebauten Markenzelt samt obligatorischem Vordach, Campingtisch, Campingdusche und einer fein säuberlich sortierten Auswahl an weiteren Gadgets, sind Grill & Dosenbier das Überlebenselexier des Dauercampers. Während die Wurst auf dem Grill auf die perfekte Temperatur getrimmt und die Lage im Anglerstuhl dafür nur minimalst verändert wird, schallt laut die Musik des Headliners durch die gigantischen Boxen. Der Auftritt dieses Künstlers scheint auch das Einzige zu sein, was den Dauercamper vom Campingplatz auf das Festivalgelände entführen kann. Dass diese Spezies Festivalbesucher meistens auch noch der allerletzte auf dem Campingplatz ist nachdem die letzten Beats verhallt sind, versteht sich von selbst. Unterhaltung 24/7 vorprogrammiert! 

 

Der Nörgler

Der Nörgler hat verschiedene Gesichter. Da kann ein schlechter Tag an der miesen Laute schuld sein, der Fakt, dass es der Festivalbesuch überhaupt ist, oder auch einfach, dass Festivals und gewisse Begleiterscheinungen nicht das sind, was man gerne so macht. Meist ist es dann nur die Musik, aus der man sich jegliche positive Kraft ziehen kann. Der Nörgler hat neben einem notorischen murren meistens Nasenklammer und Desinfektionsmittel für Dixie-Klos im Gepäck, fährt zum duschen ins Schwimmbad im Nachbarort und flüchtet sich bei der leisesten Gefahr auf Regen in das sichere Zelt. Nachdem die Gruppe früher oder später von diesem Verhalten genervt beginnt, schlechter Laune mit schlechter Laune zu entgegnen, Diskussionen und Ratschläge ausgetauscht werden und mit einem gepflegten Dosenbier die Friedenspfeife geraucht wird, ist die Welt vor dem ersten Gang aufs Festivalgelände meistens schon wieder in Ordnung. Eine Dose Warsteiner hat bis dahin doch so jede schlechte Laune vertrieben.

 

Der Verschwundene

Auf dem Festivalgelände angekommen beginnen oftmals zwei Spiele. Spiel 1 hat das Ziel, das Snake-Spiel quer durch den Timetable durchzuspielen und möglichst jeden Künstler mal vor die Augen zu bekommen. Spiel 2 wiederum befasst sich mit der schier unmöglichen Aufgabe, die Gruppe zusammenzuhalten. Mit steigender Gruppengröße steigt auch der Schwierigkeitsgrad. Hand aufs Herz: egal wie viel Mühe Ihr Euch gebt, es passiert immer, dass mindestens eine Person verloren geht. Der Verschwundene taucht bis dahin meist erst am nächsten Morgen wieder auf. Die einzige Kommunikation findet in den zehn Stunden dazwischen funklochbedingt nur via kurzer Gesprächsfetzen am Handy statt. Worauf Ihr Euch verlassen könnt: der Verschwundene erlebt immer und wir wiederholen – IMMER – die verrücktesten Geschichten. Nehmt Euch den nächsten Morgen also schon einmal frei, um Euch die Geschichten anzuhören

 

Der Dauertrinker

Der Dauertrinker ist meist der beste Freund des Dauercampers und oftmals – Achtung Magie – die gleiche Person. Sein Lieblingskonzert vergisst er während es gerade stattfindet, Muttis Essensgeld wird für Dosenbier verjubelt und wo auch immer es „Helga“ schreit, fliegt er schon an eben diesen Ort. Nach längerer Abstinenz des berühmten Festivalschreis hilft der Dauertrinker auch hin und wieder gern selber nach und macht mit diesem auf sich aufmerksam. Alternativ lädt er auch gern zum Trichtern, zum Bierpong spielen oder auch zur Verwüstung des Festivalinventars. Das Line-Up ist oftmals nur sekundär wichtig, denn der Dauertrinker kann immer und überall Spaß haben. Wenn er Euch dann am nächsten Morgen um 9 Uhr strahlend im Campingstuhl mit einem Lächeln begrüßt und schon wieder die nächste „böse“ Tat plant, wisst Ihr, dass Ihr diesen Typen einfach immer um Euch herum haben möchtet, denn so etwas liebenswertes hat die Welt selten gesehen. 

Der Musiknerd

Er kennt das Line-Up in und auswendig und hat alle Wege von der einen Bühne zur anderen gründlich vorgeplant, um auch keine Sekunde zu verpassen. Der Musiknerd kann nicht anders, als alles mitzunehmen was geht. Schon Wochen vor dem Festival unterrichtet er Euch, warum man Künstler X und nicht Künstler Y sehen muss, versorgt Euch mit den wichtigsten News aus der relevanten Musikwelt und befeuert den Whatsapp-Chat mit seinen neuesten Playlist-Updates. Beim Festival selbst ist der Musiknerd der, der bereits fünf Minuten nach Geländeöffnung den Weg vom Campingplatz zu diesem beschreiten möchte und jede Verzögerung mit einem mürrischen Blick kommentiert. Spätestens wenn dann der Headliner zur Tat schreitet, der perfekte Platz gesichert ist und einfach alles stimmt, lässt der Musiknerd dann seinen Emotionen freien Lauf und zeigt Euch, wofür er all diese akribische Vorbereitungen getroffen hat. Herzerwärmend, wenn dann bei der Zugabe noch das Lieblingslied geträllert wird und alle Dämme brechen. 

© Andrew Ruiz

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